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Normandie (1) Rouen - Ètretat

Aktualisiert: 12. Okt. 2022


Vorwort


Das Jahr 2022 hielt für mich viele Hindernisse bereit. So war ich von Dezember 2021 bis Mitte August 2022 kaum einen Tag schmerzfrei und sogar oft über mehrere Wochen 100% arbeitsunfähig. Schwindelanfälle, Kreislaufprobleme, Dauerhexenschuss. Endometriose hat viele Gesichter.

Ob und wie wir unseren Monat Ferien verbringen können war jeden Tag unsicher. Selbst als wir unterwegs waren hätte es jeden Tag abrupt zu Ende sein können. Ich habe Ende Juli eine neue Therapie begonnen, die zum Glück sehr gut anschlug. So konnten wir diese Ferien tatsächlich mit wenigen Ausnahmen sogar fast fast bis zum Schluss in vollen Zügen geniessen.


Die Bilder

Unsere Bilder sind aus dem Leben. Wir standen nicht um jeden Preis früh auf um das beste Licht zu erwischen, fotografierten auch in der prallen Mittagssonne und haben bis auf die Sonnenuntergangsbilder in Étretat / Quiberon auch kein Foto gestellt. Damit ich freier fotografieren konnte übernahm Dany zwischendurch beide Velos.


Du siehst DEIN absolutes Lieblingsbild?

Alle Bilder ohne Dany&mich sind käuflich, ich berate dich gerne für den passenden, hochwertigen Druck - Leinwand, Alu-Dibond, Rahmen.


Der Text

Du kannst den Blog nur anhand der Bilder betrachten oder wenn du es ganz genau wissen möchtest, den ganzen Text lesen. Für den Fall, dass du nicht so viel lesen magst, aber trotzdem das Wichtigste mitnehmen möchtest, sind die interessantesten Informationen fett geschrieben.


Wetter Bis auf drei oder vier Mal einen halben Tag Regen hatten wir ausschliesslich schönes Wetter weshalb ich nicht jeden Tag erwähne, dass wir schönes Wetter hatten. Die ersten drei Wochen bei rund 22-26 Grad, die sich bei Sonnenschein noch wärmer anfühlten.


Unsere Route

Wir wollten vor allem die Normandie mit allem, das uns interessierte abfahren. Die Bretagne war dabei optional, falls die Zeit noch reichen würde. Mit einem Reiseführer und teilweise auch durch google fanden wir die Orte und Plätze, die uns gefielen. Auf der Karte siehst du in pink, wo wir beim aktuellen Post jeweils sind.




Schweiz - Rouen


Ausgerüstet mit einem Reiseführer über die Normandie und dem Ort, an dem wir mit der Reise beginnen möchten, fuhren wir mit unserem Bulli los. Wir kamen gut durch die Schweiz und nach der Grenze ging es bereits los mit der bei uns schlicht nicht vorhandenen Weite. Dass wir das Land gewechselt haben war unverkennbar an dem buschigen, nicht gemähten Grün, das die Autobahn flankierte – und auch mittig ausfüllte. Etwas gewöhnungsbedürftig war der Farbwechsel der Autobahn Hauptstasse von grün - blau zu blau - grün, was uns in Paris zum Verhängnis wurde.


Wir verliessen die Autobahn kurz vor Paris nochmals um zu tanken und wurden – am Sonntag – von einem fleissigen Herrn an der Tankstelle bedient. Er zeigte grosses Interesse an unserer Reise und unserem Auto. Dass sich das Dach öffnen lässt hat ihn besonders beeindruckt. Wir waren erstaunt, ob Bullis in Frankreich nicht so gang und gäbe sind wie bei uns. Seine Freundlichkeit hat uns so überrascht, dass wir uns fragten ob das an den Franzosen liegt oder ob er wohl gerade seinen Kumpels Bescheid gibt wo unser Auto zu klauen ist. Wir verwarfen den – nicht ganz ernst gemeinten – Gedanken gleich wieder und erfreuten uns ab dieser schönen Begegnung und dem Benzinpreis von nur 2 Euro (versus CHF 2.32 bei uns).


Wir kamen zügig voran bis wir in der Umfahrung von Paris dann doch eine falsche Autobahnverzweigung nahmen. Da google gerade etwas stockender Verkehr meldete entschieden wir uns die Fahrt spontan etwas anzupassen. Über ein paar kleine Quartierstrassen und durch einen lauschigen Wald fanden wir zurück auf unsere Route.


Um 16 Uhr waren wir bereits am geplanten Camping, einfach dem, der am nächsten an Rouen liegt, der Stadt, die wir am nächsten Tag besichtigen wollten. Herrlich unkompliziert durften wir einfach reinfahren und unseren Lieblingsplatz suchen und uns erst dann anmelden um mitzuteilen für welchen wir uns entschieden haben.

Der Platz war sehr ruhig und bei einer kurzen Erkundungstour durch das Dörfchen Pont de l'Arche entdeckten wir, dass wir ohne es zu wissen, an einem total schönen Flecken gelandet sind.


Wir waren überrascht ab dem Preis von EUR 14.80 für die Nacht – ohne Toilettenpapier - und fragten uns, was uns wohl weiterhin für Preise erwarten würden. Wir hatten absolut keine Ahnung und uns nie darüber informiert im Vorfeld.




Rouen


Abgesehen davon, dass man auf der Toilette von dem Campingplatz nichts anfassen wollte – und am liebsten auch nicht mit den Schuhen auf dem Boden stehen wollte… war es der ideale Ausgangspunkt für unsere Stadtbesichtigung von Rouen. In nur 20 Minuten waren wir mittendrin statt nur dabei, umfuhren elegant den Morgenstau und direkt in ein Parkhaus, das mit 2.60m Höhe Platz für unseren Bulli bot.


Keine 5min vom Parkhaus liefen wir direkt an die bekannteste Sehenswürdigkeit Rouens: eine grosse Uhr aus 1386.


Da daneben direkt ein Teeladen mit einer riesigen Auswahl an Teedosen war, der aber erst um 13 Uhr öffnete, entschieden wir uns die Stadtbesichtigung bis dahin hinaus zu zögern (wir wollten eigentlich am Mittag die Stadt verlassen).


Man kann zusammenfassend sagen, dass wir die Stadt abgelaufen haben. Wir waren am Pestfriedhof, in der Färbergasse mit dem schönen kleinen Bächlein, sahen die riesige Kirche und besuchten den Marktplatz auf dem Jeanne d’Arc verbrannt wurde.



Damit wir anschliessend direkt weiterfahren und nicht nochmals zum Essen anhalten müssten entschieden wir uns an einer Salatbar eine Bowl zusammen zu stellen. Nun… es war eine trockene Angelegenheit und der Vorbote, den wir noch ein paarmal merkten: die Franzosen sind wirklich knausrig mit Salatsaucen. Wir verliessen die Stadt dann mit drei wunderschönen Teedosen und fuhren Richtung Meer.




Saint Valérie sur Somme


Auf dem Weg dahin navigierte ich mit google maps und klickte auf einen Dorfnamen, der vielversprechend klang: Saint Valérie sur Somme. Mit einem Klick auf die Bilder entschieden wir uns direkt die Route zu verändern und dort oben zu beginnen anstatt erst in Veules les Roses. Das ist das tolle an einem Roadtrip: man geht dorthin, worauf man gerade Lust hat.


Dieser Abstecher hat sich so etwas von gelohnt. Was für eine schöne Region und ein malerisches Hafenstädtchen.


Leider entschieden wir uns bei der Auswahl von 3 Campingplätzen für einen 5*. Das Schwimmbad und die vielen Kinder hätten eine Warnung sein können: kein Platz für Ruhesuchende. Der Preis von 28.80 Euro erschreckte uns nicht, wir sind uns aus der Schweiz ja nichts unter CHF 38 gewohnt. Dafür war bei dem Preis der Strom inklusive (der sonst jeweils 5-7 Euro zusätzlich kostet) und es hatte Toilettenpapier womit wir nun wussten, dass nicht alle Campingplätze ohne sind. Inzwischen wissen wir, dass das tatsächlich ein 5* Preis ist, da wir anschliessend meist für 14-18 Euro übernachten konnten.


Nichtsdestotrotz war der Camping ideal gelegen für das Hafenstädtchen und wir fuhren mit den Velos den Weg von 10 Minuten dahin – die ganze Besichtigung nahm dann nochmals über eine Stunde in Anspruch weil es schlicht so viel zu sehen gab.




Le Tréport • Mers les Bains


Auf dem Weg nach Le Tréport legten wir noch zwei Zwischenstopps ein. Einmal am Meer wo wir sogar noch Seelöwen auf- und abtauchen sahen (zu weit weg für meine Weitwinkelobjektive) und bei dem Hafenstädtchen Cayeux sur Mer mit der längsten Reihe Strandhäuschen, die wir je sahen.



Dann trafen wir auf dem Camping Municipal in Le Tréport ein. Es war eine Warteschlange vor dem Eingang und die Wohnmobile standen kreuz und quer am Strassenrand. Verwundert näherten wir uns der Schlange wo wir auf Nachfrage erfuhren, dass das Büro erst 14.30 Uhr öffnet – es war 14.20 Uhr. Die grosse Platzverteilung ging 14.32 Uhr los und wir bekamen einen Platz zugeteilt. Den Preis haben wir nicht notiert, er lag zwischen 14-16 Euro ohne Toilettenpapier.


Wir bekamen einen Platz zugeteilt, der uns allerdings nicht gefiel - sehr ungeschützt in der Mitte direkt an einer Kreuzung bei den Toiletten. Mit unserer Wunschnummer ging Dany zur Anmeldung und kam tatsächlich mit dem am Wagen anzubringenden Holzschild mit der Nummer 41 zurück. Im Schatten der lauschigen Bäume zwischen einem Belgier und einem Franzosen konnten wir uns direkt entspannen.



Die Entspannung dauerte nicht lange, denn wir wollten unbedingt das Hafenstädtchen erkunden.

Also ab auf die Bikes und los zum Leuchtturm, zur Talstation des kleinen Liftbähnchens das die Anwohner auf dem Kalksteinfelsen mit der Stadt verbindet und durch das schöne Altstädtchen selbst.


Die Altstadt von Le Tréport:



Schliesslich fuhren wir hoch hinaus zum WW2 Memorial auf den Kalksteinfelsen.


Wir nahmen eine Abzweigung zu früh und ein unglaublicher Gestank schlug uns entgegen. Wir wussten von den Ziegenböcken, bevor wir sie sahen. Wir stiegen trotzdem kurz vom Bike weil wir die Aussicht anschauen wollten, aber es war schwierig noch zu atmen um die 6 Böcke. Als einer mit den Hufen zu scharren begann und ich mich mitten in einem Sandsturm befand, womit das Fotografieren unmöglich wurde, fuhren wir weiter hinauf.


Entdeckst du den Geissbock? Von einem zweiten ist ebenfalls noch ein Horn zu sehen:



Eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt ist der Lohn für die unzähligen Stufen die dort hochführen (würden, wenn man nicht mit dem Ebike hochfährt – oder wie viele andere: mit dem Auto).



Wieder unten angekommen machten wir noch einen Abstecher in das nebenan gelegene Mers les Bains und kamen uns vor wie im Disneyland. Die bunten Häuser in der speziellen Bauart wirkten surreal.



Der Hunger lockte uns zurück zu unserem Bulli. Nach dem Essen verliessen den Platz nochmals mit den Velos weil ich natürlich unbedingt den Sonnenuntergang beim Leuchtturm fotografieren wollte. Wer liebt schon nicht Leuchttürme und Sonnenuntergänge?




Veules les Roses


Bevor es weiterging wollte ich noch das Schloss in Eu, das 10min mit dem Velo von Le Tréport entfernt liegt, sehen und machte einen kurzen Ausflug nach Eu.



Anschliessend brachen wir in Richtung Veules les Roses auf, wo unser ursprünglicher Anfang der Reise gewesen wäre.



Wir fuhren der Küste entlang und wie meine Neugierde mich so treibt, wollte ich kein Dorf auslassen... Irgend etwas sagte mir, dass wir in einem davon sogar aussteigen und eine kurze Runde gehen sollten. Es sah nach absolut nichts speziellem aus, bis wir plötzlich vor dem wunderschönen Manoir de Briançon standen. Den Ort musste ich jetzt sogar extra nochmals suchen weil er uns so nicht präsent war: Criel sur Mer.



Danach fuhren wir noch einen kleinen Umweg weil eine über 1000jährige Eibe in der Nähe unserer Route lag. Ihr Stamm hat sieben Meter Umfang und so unscheinbar wie sie aussieht, war es doch schön sie zu sehen.



Dieppe durchfuhren wir, aber da wir langsam weiterkommen wollten hielten wir nicht an. Dann entdeckte ich jedoch einen schönen Blick über den Hafen, den ich unbedingt festhalten wollte. Ich stieg also spontan bei einem Stopp vor dem Fussgängerstreifen aus dem Auto, Dany sucht in solchen Momenten dann einen Parkplatz in der Nähe. Ich ging also raus und machte meine zwei Bilder und blickte mich dann suchend um. Es hatte keine Parkplätze. Es war viel Verkehr und noch mehr Menschen. Weit und breit war unser Bulli nicht zu sehen und da bekam ich einen Schreck, denn ich hatte weder Wasser noch Geld noch ein Handy dabei. Ich wollte schon eine der 5 Strassen, die von dem Platz aus gehen ablaufen um das Auto zu suchen, dachte dann aber, dass ich besser bleibe wo ich bin weil mich Dany sonst nicht mehr finden würde. Kurze Zeit später tauchte er mitten im Verkehr wieder auf. Den Schreck hatten wir also beide, weil er konnte nirgends anhalten, war schon um die halbe Stadt herum um mit den Einbahnstrassen den Platz wieder zu finden.


Nie genug bekommend von schönen Umgebungen besuchten wir an dem Tag gleich noch ein Schloss. Im Nachhinein erfuhren wir, dass der Garten und der Gärtner dort mehrere hohe Auszeichnungen für den Schlossgarten erhalten hat: Château Miromesnil.



Wir entschieden uns für einen Camping etwas ausserhalb um von dort mit den Velos nach Veules les Roses fahren zu können. Fündig wurden wir in Le Bourg-Dun, das Herz des Leinanbaus. Ein kleiner Campingplatz 3* umgeben von hohen Bäumen und bewirtschaftet von einer herzlichen Französin wurde unser Zuhause für zwei Nächte. Übrigens zum unschlagbaren Preis von EUR 17.80 mit WC Papier und sehr schönen, sauberen Sanitäranlagen.


Am nächsten Morgen fuhren wir über eine Landstrasse nach Veules les Roses und konnten uns an der schönen Ortschaft kaum sattsehen. Die Veules durchquert den Ort durch malerische Gassen mit kleinen Brücken um schliesslich ins Meer zu fliessen. Viele schöne Häuser haben wir gesehen, nur das eine, für das der Ort weit bekannt ist, das haben wir nicht gefunden.



Kurz vor dem Dorfausgang sah ich noch eine schöne Gasse der Veules entlang. Ein Mini-Umweg der sich gelohnt hat: wir standen vor dem berühmten, wunderschönen Fachwerkhaus und ich konnte es ausgiebig fotografieren bevor eine grosse Reisegruppe den schmalen Weg für sich beanspruchte.


Zurück im Camping hörten wir grollenden Donner und sahen eine schwarze Wand auf uns zukommen. Dany stellte schnell das Zelt auf und mit den ersten Regentropfen brachten wir unsere Velos ins Trockene. Wir versuchten die Markise, den Teppich und das Zelt am nächsten Tag noch etwas an der Sonne zu trocknen aber es hätte zu lange gedauert also packten wir alles in eine Kiste und trockneten es beim nächsten Stopp.




Fécamp - Étretat


Auf dem Weg nach Fécamp fuhren wir wie immer der Küste entlang und so hielten wir spontan in Saint Valery en Caux und in Veulettes sur Mer. Ein schöner Hafen für ein paar Schnappschüsse und ein hübsches Hafenstädtchen.



Es lebe die Spontanität unseres Bullis. Wir wollten in Fécamp unser nächstes Camp aufschlagen. Als wir dort ankamen sagte ich zu Dany, dass wir doch vielleicht lieber einfach nur einen Zwischenstopp einlegen und nach einem Sightseeing direkt nach Etretat fahren. Die Stadt sah nicht aus, als ob sie viel Schönes zu bieten hat. Wir haben es jedenfalls nicht gefunden und sind froh, dort keine Nacht ‘verloren’ zu haben. Trotzdem lohnt sich die Fahrt nach Fécamp nur schon alleine um das Benediktinerkloster zu besuchen. Ein absolut eindrückliches Gebäude.



Yport


Unsere Fahrt ging nach einer kurzen Tour zu Fuss durch die Stadt weiter nach Yport. Dort gab es einen Camping, der uns zwar gefallen hätte aber uns zog es doch weiter direkt nach Étretat, weil ich wusste, dass ich am Abend gerne den Sonnenuntergang fotografiere und dann nicht noch eine Stunde mit dem Velo zurück zum Camping fahren möchte. Das schöne Hafenstädtchen Yport besuchten wir also nur als Zwischenstopp.




Étretat


Danach fuhren wir nach Étretat wo wir den Camping Municipal anvisierten und nach einmal Durchfahren fanden, dass wir mal noch einen anderen anschauen gehen. Der andere war mir zwar schon in der Schweiz beim durchgoogeln unsympathisch gewesen, aber er war immerhin etwas grüner als der Municipal.


Wir meldeten uns also an und lernten den unfreundlichsten Campingwart kennen, wie wir davor und danach zum Glück keinen mehr hatten. Es war alles auf minimalem Aufwand, maximaler Ertrag ausgelegt. Er verlangte sogar noch für den 1. Tag der Anmeldung eine Extragebühr von 3 Euro womit wir zusammen mit der Kurtaxe auf 28 Euro kamen – bei einem 3* Camping ohne Toilettenpapier und eher mangelnder Reinigung der Sanitäranlagen. Eine Touristenabzocke par excellence, die er so machen konnte, weil es schlicht keine Alternativen im Umkreis von 7-10km gab und natürlich alle die Falaise d’Etretat sehen wollen. Zu Recht.


Direkt nach dem Einrichten fuhren wir los ins Dorf Étretat. Endlich mal wieder eine kleine, feine Hafenstadt. Beidseitig flankiert von hohen Kreidefelsen.



Wir entschieden uns zuerst für die Seite der Nebenattraktion mit der Kapelle und während Dany auf einer Bank die Aussicht genoss unternahm ich noch eine kleine Erkundungstour den Klippen entlang. Überall warnten Schilder davor zu nahe zum Abgrund zu gehen, umso erstaunter war ich als an einer Stelle eine betonierte Treppe zum Strand hinunterführte. Ich lief ein Stück weit mit einem sehr mulmigen Gefühl. Mässig beruhigte es mich Menschen am Strand zu sehen im Wissen, dass der Weg unter ihnen nicht abgebrochen war. Auf halbem Weg hatte ich meine Traumbilder aufgenommen und da der Strand im Schatten lag war er für mich nicht reizvoll. Ich machte mich an den Aufstieg und zurück zu Dany.



Wie zuvor in Le Tréport juckte es mich in den Fingern für den Sonnenuntergang an diesem besonderen Ort. Es gab ein schnelles Bulli-Abendessen (Tomatenspaghetti, sie schmecken nirgends so gut wie im Bulli 😊 ) bevor wir die vermutete schnellstmögliche Route zu den Klippen in Angriff nahmen. Mit dem Handy und googlemaps auf der Hand fuhren wir unerwartet weit runter. Wo es runter geht, geht es auch wieder rauf… Wir waren zeitlich sehr knapp dran also blieb uns nichts anderes übrig als den stotzigen und unregelmässigen Wanderweg hoch zu laufen mit den schweren Bikes bis wir an einer Stelle wieder fahren konnten.



Für die kurzen Strapazen wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Es war der schönste Sonnenuntergang, den wir bis dahin je erlebt haben – und das waren schon unzählige. Die Kulisse war einfach nur einmalig.



Nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war fuhren wir noch weiter Richtung Étretat über die Haupt-Falaises und hinunter ins Dorf. Happy aber k.o. trafen wir dann um 22 Uhr wieder auf dem Camping ein und liessen uns direkt ins Bett fallen.